Pollenwerte verstehen
Was sind Pollenwerte?
Pollenwerte messen, wie viel Pollen in der Luft ist. Diese Messungen helfen Allergikern vorherzusagen, wie stark ihre Symptome sein werden und ihre Aktivitäten zu planen. Die Zahlen zu verstehen hilft bei der Entscheidung, wann man nach draußen sollte.
Wie wird Pollen gemessen?
Traditionelle Methode: Burkard-Fallen
Die meisten offiziellen Pollenmessstationen nutzen Burkard-Fallen (oder Hirst-Sammler):
- Eine Pumpe saugt Luft mit konstanter Geschwindigkeit an (meist 10 Liter pro Minute)
- Pollenkörner bleiben auf einem gefetteten Glas oder Band hängen
- Ein Spezialist untersucht die Probe unter dem Mikroskop
- Jeder Pollentyp wird identifiziert und gezählt
- Ergebnisse werden als Körner pro Kubikmeter Luft angegeben (Körner/m³)
Der Prozess dauert 24-48 Stunden, deshalb zeigen Pollenberichte oft die Werte von gestern.
Moderne Methoden
Neuere Technologien entstehen:
- Automatische Pollenzähler mit Laser und KI identifizieren Pollen in Echtzeit
- Vorhersagemodelle kombinieren historische Daten, Wettervorhersagen und phänologische Infos
- Satellitendaten helfen bei der Vorhersage regionaler Pollenmuster
Die Pollen.city-Skala
Wir zeigen Pollenwerte auf einer einfachen 0-5 Skala:
| Stufe | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 | Keine | Kein nennenswerter Pollen |
| 1 | Sehr gering | Minimale Auswirkung für die meisten |
| 2 | Gering | Manche Empfindliche bemerken es |
| 3 | Mäßig | Viele Allergiker haben Symptome |
| 4 | Hoch | Die meisten Allergiker haben Symptome |
| 5 | Sehr hoch | Schwere Symptome bei allen wahrscheinlich |
Die Skala ist über alle Pollentypen normalisiert – leicht vergleichbar.
Warum Symptome nicht immer zu den Werten passen
Manchmal geht es Ihnen schlecht bei “niedrigen” Werten oder gut bei “hohen”. Mehrere Faktoren erklären das:
Persönliche Empfindlichkeit
Jeder hat eine andere Allergieschwelle. Manche reagieren auf kleinste Mengen. Kreuzreaktive Allergien können Symptome verstärken.
Messgrenzen
Messungen erfolgen an bestimmten Orten, die nicht Ihrer Umgebung entsprechen müssen. Es gibt immer Verzögerungen, und verschiedene Arten wirken unterschiedlich.
Umweltfaktoren
- Luftfeuchtigkeit: Hohe Feuchtigkeit kann Pollen platzen lassen
- Luftverschmutzung: Kann Pollen allergener machen
- Gewitter: Können Pollen in kleinere Partikel zerbrechen
Priming-Effekt
Wiederholte Exposition macht das Immunsystem reaktiver. Pollen früh in der Saison “bereitet” den Körper vor, später stärker zu reagieren – deshalb werden Symptome oft schlimmer.
Wetter und Pollen
Wind
- Windstille: Pollen bleibt nah an der Quelle
- Windig: Pollen verbreitet sich weiter
- Starker Wind: Kann Pollen hunderte Kilometer tragen
Regen
- Während Regen: Pollen wird ausgewaschen (vorübergehende Erleichterung)
- Nach Regen: Werte bleiben kurz niedrig, steigen dann wieder
- Gewitter: Können Allergien verschlimmern durch Pollenaufbruch
Temperatur
- Warme, sonnige Tage: Fördern Pollenproduktion
- Kühle Tage: Langsamere Produktion
- Frühe Frühlingswärme: Kann frühere, intensivere Saisons auslösen
Tageszeit
- Morgen (6-10 Uhr): Viele Pflanzen setzen Pollen frei
- Mittag: Pollen steigt höher und verbreitet sich weiter
- Abend: Pollen setzt sich ab
- Nacht: Generell niedrigere Werte
Pollentypen
Baumpollen
- Saison: Spätwinter bis Spätfrühling
- Häufige Arten: Birke, Eiche, Ahorn, Erle, Hasel, Kiefer
- Eigenschaften: Leicht, windverbreitet, reist weit
Graspollen
- Saison: Spätfrühling bis Frühherbst
- Eigenschaften: Häufigste Ursache für Heuschnupfen (bis 95% der Pollenallergiker)
- Höhepunkt: Juni-Juli auf der Nordhalbkugel
Unkrautpollen
- Saison: Spätsommer bis Herbst
- Häufige Arten: Ambrosia, Beifuß, Wegerich
- Eigenschaften: Ambrosia ist besonders potent – eine Pflanze produziert Milliarden Körner
Das Beste aus Pollenvorhersagen holen
Täglich prüfen
Pollenwerte können sich stark ändern. Machen Sie es zur Gewohnheit, morgens zu checken.
Vorausplanen
Bei vorhergesagten hohen Tagen:
- Medikamente vorbeugend nehmen
- Outdoor-Aktivitäten zu pollenarmen Zeiten planen
- Indoor-Alternativen bereithalten
Eigene Auslöser kennen
Verfolgen Sie, welche Pollentypen Sie am meisten betreffen. Nicht jeder reagiert auf alles.
Mehrere Tage bedenken
Mehrere hohe Tage hintereinander können kumulativ wirken. Berücksichtigen Sie die jüngste Exposition.